Tankraum unter Wasser – was jetzt zu prüfen ist und wann saniert werden muss
Stand Wasser im Tankraum, kann die Beschichtung auch ohne sichtbaren Schaden, zerstört sein.
Wenn Wasser im Tankraum stand
Nach starkem Regen, Rückstau oder Rohrbruch steht Wasser im Tankraum. Nach dem Abpumpen wirkt alles unauffällig – der Heizöltank ist dicht und sichtbare Schäden fehlen.
Der eigentliche Schaden entsteht jedoch meist an der Tankraumbeschichtung. Durch vollständige Benetzung verliert sie ihre technischen Eigenschaften, ohne sofort erkennbar zu sein.
Entscheidend ist daher nicht, ob der Raum trocken ist, sondern ob die Rückhaltefunktion noch besteht oder eine Tankraumsanierung erforderlich wird.
Genau dadurch entscheidet sich oft erst später, ob eine Tankraumsanierung erforderlich wird.

Warum Wasser im Tankraum kritisch ist
Die Wände und der Boden eines Tankraums sind nicht einfach gestrichen. Die Beschichtung erfüllt eine technische Funktion: Sie bildet eine flüssigkeitsdichte Rückhaltefläche. Im Schadensfall soll austretendes Heizöl innerhalb des Raumes bleiben und nicht in den Baukörper oder ins Erdreich gelangen.
Steht Wasser im Tankraum, dringt es in kleinste Poren und Randbereiche dieser Beschichtung ein. Dabei wird der Verbund zwischen Untergrund und Beschichtung geschwächt. Während der Trocknung verändert sich anschließend die Materialstruktur – die Oberfläche wirkt zunächst unauffällig, verliert jedoch ihre ursprüngliche Elastizität und Haftung.
Ob die Schutzwirkung noch vorhanden ist,
lässt sich erst durch eine fachliche Bewertung feststellen. Optisch trockene Flächen bedeuten nicht, dass die Rückhaltefunktion weiterhin gegeben ist.
Typische Schäden an der Tankraumbeschichtung nach Wassereintritt
Nach dem Trocknen wirkt der Tankraum häufig zunächst unauffällig. Erst bei genauerem Hinsehen zeigen sich Veränderungen an der Beschichtung. Diese entstehen nicht durch Verschmutzung, sondern durch eine Materialveränderung infolge der Wassereinwirkung.
Typisch sind Blasenbildungen und Abplatzungen, in der Fläche. Häufig verliert die Beschichtung ihre Haftung zum Untergrund und lässt sich stellenweise leicht anheben.
Ein weiteres charakteristisches Schadensbild zeigt sich erst nach der Trocknung:
Durch den Entzug von Weichmachern wird die Ölsperrbeschichtung spröde. Es entstehen feine, spinnennetzartige Risse, die Oberfläche kräuselt sich stellenweise oder vollflächig nach oben und wirkt verhärtet. In diesem Zustand der Beschichtung ist ihre Rückhaltefunktion nicht mehr vorhanden.

Was jetzt geprüft werden sollte
Nach einem Wassereintritt muss der Tankraum zunächst vollständig getrocknet werden. Eine unmittelbare Beurteilung ist nicht ausreichend, da sich Schäden an der Tankraumbeschichtung häufig erst nach einigen Wochen zeigen. Erst dann lässt sich erkennen, ob die Materialeigenschaften beeinträchtigt wurden.
Geprüft werden insbesondere:
- Haftung der Beschichtung am Untergrund
- Oberflächenstruktur (Risse, Aufkräuselungen, Ablösungen)
- Beschichtung unter dem Tank (soweit zugänglich)
Entscheidend ist nicht die optische Wirkung, sondern ob die flüssigkeitsdichte Rückhaltefunktion weiterhin vorhanden ist.
Erst danach kann beurteilt werden, ob die Beschichtung erhalten werden kann oder eine Tankraumsanierung erforderlich wird.
Wann eine Tankraumsanierung erforderlich wird
Eine Tankraumsanierung wird erforderlich, wenn die Rückhaltefunktion der Beschichtung nicht mehr zuverlässig gewährleistet ist. Maßgeblich ist dabei nicht die optische Wirkung, sondern der Zustand der Beschichtung insgesamt.
Sind Ablösungen, Rissstrukturen, Blasen oder aufgestellte Bereiche vorhanden, ist davon auszugehen, dass Wasser unter die Beschichtung gelangt ist und die Materialeigenschaften dauerhaft verändert wurden. In solchen Fällen kann die Fläche austretendes Heizöl nicht mehr zurückhalten.
Ein einfaches Überstreichen stellt keine zulässige Instandsetzung dar. Die Beschichtung bildet ein technisches Dichtsystem, dessen Funktion nur durch einen vollständigen Neuaufbau wiederhergestellt werden kann.
Ziel der Tankraumsanierung ist daher nicht die optische Instandsetzung, sondern die Wiederherstellung der öldichten Rückhaltefläche.

Wie eine fachgerechte Tankraumsanierung durchgeführt wird
Zu Beginn werden lose und geschädigte Beschichtungsbereiche vollständig entfernt und der Untergrund gereinigt. Erst danach kann beurteilt werden, in welchem Zustand sich die tragfähige Oberfläche befindet.
Anschließend erfolgt die Prüfung und Vorbereitung des Untergrunds. Fehlstellen werden instand gesetzt und die Fläche so vorbereitet, dass ein neuer, dauerhafter Verbund entstehen kann.
Im nächsten Schritt wird die ölbeständige Beschichtung systemgerecht neu aufgebaut. Dabei entsteht wieder eine geschlossene, flüssigkeitsdichte Rückhaltefläche, die die ursprüngliche Schutzfunktion des Tankraums übernimmt.
Ziel ist die vollständige Wiederherstellung der ölbeständigen Rückhaltefläche des Tankraums.
Häufige Fehleinschätzungen nach einem Wasserschaden
Auch sauberes Regen- oder Leitungswasser verursacht Schäden – entscheidend ist der Wasserkontakt, nicht die Wasserart.
Nach dem Abpumpen und Trocknen wirkt der Tankraum oft wieder unauffällig. Daraus wird schnell geschlossen, dass kein weiterer Handlungsbedarf besteht. Tatsächlich betrifft der Schaden jedoch die Materialstruktur der Beschichtung und ist von außen nicht immer eindeutig erkennbar.
Auch eine scheinbar intakte Oberfläche ist kein verlässliches Kriterium und trügerisch. Viele Schäden zeigen sich erst Wochen später, nachdem die Beschichtung ihre Elastizität verloren hat.
Ebenso wird häufig angenommen, dass es sich „nur um Regenwasser“ gehandelt habe. Für die Beschichtung spielt die Art des Wassers jedoch keine Rolle. Entscheidend ist, dass es mit der Ölsperrbeschichtung in Kontakt kam.
Fazit
Ein Wassereintritt im Tankraum endet nicht mit dem Abpumpen und Trocknen des Raumes. Entscheidend ist, ob die Rückhaltefunktion der Beschichtung weiterhin gegeben ist. Veränderungen an der Oberfläche deuten darauf hin, dass Wasser die Materialeigenschaften der Ölsperrbeschichtung nachhaltig beeinflusst hat.
Ob eine Tankraumsanierung erforderlich wird, lässt sich daher nicht allein optisch beurteilen. Eine fachliche Bewertung schafft Klarheit und stellt sicher, dass die Schutzfunktion des Tankraums weiterhin erfüllt wird.

